02.08.2018 Donnerstag Früher Sommer sorgt für steigende Ertrinkungszahlen

Bad Nenndorf/Scharbeutz. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern 279 Menschen ertrunken. Das sind 37 mehr als im Jahr davor. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Freitag in Scharbeutz bekannt. „Hatten wir im letzten Jahr durch den eigentlich nicht vorhandenen Sommer vergleichsweise geringe Ertrinkungszahlen, beweisen die anhaltenden Temperaturen und das schöne Wetter einmal mehr, dass es leider auch in die andere Richtung gehen kann“, beklagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Allein im bereits sehr warmen April verstarben mit 37 Menschen zwölf mehr als im Vergleich zum Vorjahr, der Mai folgt mit zehn Fällen mehr (51>41).

 

Die meisten Ertrinkungsfälle ereignen sich wie so oft an den ungesicherten Badestellen vor allem im Binnenland. Dort kamen 250 ums Leben – das sind fast 90 Prozent der Gesamtzahl. 104 starben in Flüssen, 116 in Seen und Teichen, elf in einem Kanal. „Das Ertrinkungsrisiko an diesen Badestellen ist sehr hoch, da sie eben nicht bewacht werden, ein Ertrinkender hat hier wenig Aussicht auf Rettung. Daher fordern wir dringend mehr Bewachung auch im Binnenland durch unsere Rettungsschwimmer. Nur so können die Zahlen gesenkt werden“, beteuert Wiese. Hier seien besonders Länder, Kommunen und Badbetreiber in der Pflicht, für mehr Sicherheit zu sorgen – ein schlichtes Badeverbotsschild reicht nicht aus. In Schwimmbädern fanden 19 Badegäste den nassen Tod.

 

Deutlich abgenommen haben die tödlichen Unfälle an den Küsten, was die gute Leistung des Zentralen Wasserrettungsdiensts Küste (ZWRD-K) widerspiegelt: Acht Opfer (eins an der Nord-, sieben an der Ostsee) sind hier zu beklagen. Im letzten Jahr waren es noch 25. Auch hier ertrinken die Menschen vor allem an unbewachten Stränden, Alkohol und Selbstüberschätzung sind die Hauptgründe.

Im Geschlechtervergleich liegt der Anteil der Frauen bei rund 19 Prozent, Männer sind nach wie vor die Risikogruppe. „Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung sind hier die Hauptursachen“, erläutert der DLRG-Pressesprecher.

In Brandenburg gab es im angegebenen Zeitraum schon 19 Badetote, im gesamten vergangen Jahr 2017 waren es 22.

radio interview radioeins vom RBB

Datei(en)
20180726 DLRG-Zwischenbilanz 2018.pdf (104.09 kB)
Kategorie(n)
Ausbildung, Einsatz

Von: Jens Serbser

zurück zur News-Übersicht

E-Mail an Jens Serbser:


Eine Kopie der Nachricht an die eigene Adresse senden
captcha
Einfach die Zahlen-/Buchstabenkombination abtippen!
Wichtig: Gross- und Kleinschreibung beachten!
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen

* Pflichtfelder dürfen nicht leer gelassen werden