Landes-Einsatz-Zug / Wassergefahrenzug

Es entspricht dem Selbstverständnis und den Zielen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, dass alle ihre aktiven Helferinnen und Helfer im Zivil- und Katastrophenschutz bundes- und auch landesweit mitwirken. Wenn Menschen in Not geraten sind und ein behördlicher Auftrag nicht ergeht oder ergehen kann, wird die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft auch aus eigener Initiative tätig.

Der Landesverband Brandenburg der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. hat am 01.02.2008 in logischer Konsequenz zu den im Rahmen der Ressortfachtagung I/2008 erarbeiteten Schwerpunktthemen die Aufstellung eines multifunktionalen DLRG-Einsatzzuges auf der Grundlage der Bundesrahmenvorgabe der DLRG und der Landesgesetze Brandenburgs beschlossen.

Damit verfügt die DLRG landesweit über ein Hilfeleistungsmittel, welches bei Schadenereignissen jeder Größenordnung schnell und flexibel in der Lage ist, abgestimmt auf die bereits bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes, der Feuerwehren und anderen beteiligten Hilfsorganisationen, den betroffenen Menschen gezielt zu helfen.

Leistungs- und Einsatzoptionen des DLRG-Einsatzzuges Brandenburg

Technische Aufstellung

Der DLRG-Einsatzzug Brandenburg besteht grundsätzlich aus einem Führungsmodul und mindestens zwei weiteren Fachmodulen. Diese können ein oder zwei Wassergefahrenmodule mit zusätzlichen Fachmodulen Sanitätsdienst, Technik/Logistik oder einem Fachmodul Betreuung sein. Die einzelnen Module können auch autark und einzeln angefordert und eingesetzt werden. Das Führungsmodul kommt dabei automatisch zum Einsatz, sobald zwei oder mehr Fachmodule angefordert und/oder eingesetzt werden.

Zugführung

Der Führungs-/Zugtrupp hat als Teileinheit (TE) des DLRG-Einsatzzuges die Aufgabe, im Rahmen von Schadensereignissen die Koordination und Einsatzleitung der eigenen Kräfte zu übernehmen und/oder andere Hilfskräfte oder Einsatzführungskräfte zu unterstützen. Hierzu richtet er eine Befehlsstelle ein und betreibt sie mit seinem Zugtrupp. Der Zugführer hat im Rahmen seiner Gesamtverantwortung die Einsatzbereitschaft des Zuges jederzeit sicherzustellen.

 

Zugtrupp

Der Zugtrupp (ZgTrp/ZTr) dient der Führung des DLRG-Einsatzzuges (EZg). Ihm obliegt die taktisch-/technische Koordination und Abwicklung von Einsätzen. Im Einsatz richtet er eine Befehlsstelle ein und betreibt diese für den Einsatzzug sowie ggf. für weitere unterstellte Einheiten/Teileinheiten. Ferner organisiert der Zugtrupp den Personal- und Materialeinsatz sowie die Logistik für die unterstellten Einheiten/Teileinheiten. Der Zugtrupp stellt die Verbindung zur übergeordneten Einsatzleitung (EL/TEL/ÖEL) bzw. Führungsstelle (FüSt) sowie zu benachbarten Einheiten/Organisationen her und hält diese. Im Bedarfsfall bilden ein oder mehrere Zugtrupps eine Wasserrettungs- oder DLRG-Führungsstelle ohne Stab.

Modul Wassergefahren

Die DLRG stellt als taktische Einheit in der Wassergefahrenabwehr selbständig einsetzbare mobile Wassergefahrenmodule, die in der Regel aus Wassergefahrengruppen (WRG) gemäß Bundesrahmenvorgabe der DLRG bestehen. Eine Wassergefahrengruppe besteht grundsätzlich mindestens aus 1 Bootstrupp und 1 Einsatztauchtrupp. Zwei dieser Wassergefahrengruppen bilden den Kern eines Wassergefahrenzuges der DLRG.

Modul Technik/Logistik

Das Modul Technik/Logistik unterstützt als Teileinheit des DLRG-Einsatzzuges die einge-setzten Fachmodule bei ihren Aufgaben und stellt die Versorgung der eingesetzten Einheiten mit Verbrauchs-gütern (z.B.: Betriebsstoffe) sicher. Darüber hinaus hat sie die Aufgabe, die Einsatzstelle bei Bedarf auszuleuchten und die Stromversorgung sicherzustellen.

Modul Sanitätsdienst

Das Modul Sanitätsdienst hat als Teileinheit des Einsatzzuges die Aufgabe, die sanitäts-dienstliche Versorgung betroffener Personen oder Personengruppen sicherzustellen. Bei Bedarf übernimmt sie auch sanitätsdienstliche Transportaufgaben.
Gleichzeitig unterstützt sie die eingesetzten Hilfskräfte im Rahmen ihrer Aufgabenstellung.

Modul Betreuung

Das Modul Betreuung hat als Teileinheit des Einsatzzuges die Aufgabe, die Betreuung und Versorgung hilfsbedürftiger Personen oder Personengruppen, aber auch die Versorgung der eingesetzten Helfer sicherzustellen. Bei Bedarf übernimmt sie auch sanitätsdienstliche Erstversorgung oder die Betreuung evakuierter Personen. Dabei steht auch ein Fachmodul zur Betreuung evakuierter Kinder und Jugendlicher mit dem entsprechenden Konzept zur Verfügung.
Gleichzeitig unterstützt sie die eingesetzten Hilfskräfte im Rahmen ihrer Aufgabenstellung.

Sonstige Module

  • Modul Strömungsrettung
  • Modul Rettungshunde
  • Fachberatung Hochwasser
  • Kinderbetreuung